Sodbrennen-Therapie

am Gertrudis-Hospital/Westerholt

 
 
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Wirklichkeit ist beste Lehrmeisterin

Gertrudis-Hospital Westerholt: Operation wurde live per Video übertragen

Westerholt. 
Die Wirklichkeit ist die optimale Lehrmeisterin. Diese Erfahrung steht auch bei den endoskopischen Video-Live-Operationen im Gertrudis-Hospital Westerholt Pate. Regelmäßig reisen Mediziner aus ganz Deutschland nach Westerholt, um an diesen Fortbildungen teilzunehmen. "Eine Operation unter realen Bedingungen mitzuerleben, ist immer noch die beste Schulung", meint Dr. Elisabeth Winkelmann, Chefärztin der chirurgischen Abteilung des Westerholter Krankenhauses. "In den Lehrvideos kann man zwar auch eine ganze Menge lernen, doch in ihnen erfährt man natürlich nichts über den Umgang mit unerwartet auftauchenden Schwierigkeiten."

  Gertrudis-Hospital Westerholt: Operation wurde live per Video übertragen

Das Zwerchfell, ein starker Atemmuskel, trennt den Brustkorb vom Bauchraum und hat für die Speiseröhre eine kleine Öffnung. Die Speiseröhre funktioniert beim Durchtritt durch das Zwerchfell praktisch wie ein Ventil zum Mageneingang und öffnet sich gezielt beim Schluckakt. "Bei manchen Menschen ist die Zwerchfelllücke zu groß und dieser Ventileffekt defekt. Man spricht dann von einer Refluxkrankheit mit einem Zwerchfellbruch", erklärt Winkelmann. Die Folge: Aggressiver Magensaft und Magensäure laufen über die undichte Hochdruckzone in die Speiseröhre zurück, und es kommt zu einer Reizung der Schleimhaut. Die Folgen dieser Erkrankung können von Sodbrennen, Aufstoßen, morgendlicher Heiserkeit, Erbrechen und chronischen Entzündungen der Speiseröhre bis hin zu Blutungen und wiederkehrenden Lungenentzündungen reichen. Weiteres Problem beim Zwerchfellbruch: Beim Atmen, Husten und körperlichen Anstrengungen können Anteile des Magens in den Brustraum eintreten und hier einklemmen. Das führt häufig zu krampfartigen Oberbauchschmerzen.

"Wenn nun eine medikamentöse Behandlung nicht ausreicht und ein großer Zwerchfellbruch vorliegt, kann operativ geholfen werden", erläutert Winkelmann. Diese Antirefluxoperation hat in den vergangenen Jahren mit Hilfe der minimal-invasiven Methode, der sogenannten Schlüssellochtechnik, an Häufigkeit zugenommen.

Eine Zwerchfellbruchoperation dauert ungefähr 60 Minuten, und sie verläuft in fünf Schritten: Zunächst führen die Chirurgen die Miniaturkamera, das sogenannte Endoskop, sowie kleine Instrumente durch die Bauchdecke in den Bauchraum ein. Dann wird der Bauchraum auf weitere krankhafte Befunde hin inspiziert, z. B. auf einen Leistenbruch. Anschließend werden das Zwerchfellloch und die betroffenen Strukturen bis in den Brustkorb zugänglich gemacht. In einem dritten Schritt verbindet man mit Hilfe der Zwerchfellnaht die beiden äußeren Zwerchfellschenkel und zieht sie zusammen, so dass die zu große Zwerchfelllücke eingeengt wird. "Danach verstärken wir diese Naht und den oft schwachen Zwerchfellmuskel durch ein Kunststoffnetz, damit er beim nächsten Hustenstoß nicht wieder reißt", so die Chefärztin. Zum Abschluss der Operation stellen die Chirurgen noch ein neues Ventil her, um zu verhindern, dass der Mageninhalt in die Speiseröhre aufsteigt. "Dabei wird der obere Magenanteil um die untere Speiseröhre gelegt und befestigt, so dass die untere Speiseröhre wie auf einem Kissen zu liegen kommt", führt Winkelmann aus.

Zwischen 110 bis 150 dieser endoskopischen Operationen werden jährlich im Gertrudis-Hospital durchgeführt. Wenn alles gut verläuft, können die Patienten nach sieben Tagen das Krankenhaus verlassen. Schonung ist dann allerdings in den ersten Wochen Pflicht. Winkelmann: "Patienten sollten sechs Wochen auf das Heben von Lasten über fünf Kilogramm verzichten und auch keinen Sport treiben."

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